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Adieu Tristesse: Visuelles Storytelling statt PPT-Langeweile

von Oliver Chaudhuri – 14. September 2014

 

Zugegeben: Natürlich stecken gerade wir als Agentur knietief im Sündensumpf der Power Point-Präsentationen – wohl wissend, dass das lineare Auflegen von Folie 1 bis Folie X sehr schnell öde und fade werden kann. PPTs erstellen wir Tag für Tag (und wollen und werden auch künftig nicht auf sie verzichten). Aber immer öfter dürfen wir bei Präsentationen und Vorträgen für unsere Kunden auf leistungsstarke, kostengünstige und vor allem einfach zu bedienende Alternativen setzen. Mit ihnen können die heutigen Anforderungen nach Interaktion, Dramaturgie, Rhythmus und „Herzklopfen“ bei Business-Reden besser erfüllt werden. Hier eine Auswahl für Sie:

Prezi. Die wohl etablierteste Power Point-Alternative. Bei dieser cloud-basierten Software sitzt der Nutzer quasi vor einem unendlich großen, virtuellen „weißen Blatt“ bzw. interaktiven Whiteboard – und kann es Schritt für Schritt mit Textfeldern, Bildern, Filmen etc. füllen. Diese Objekte können anschließend bequem vergrößert, verkleinert, gedreht und verschoben werden. Durch das Anlegen von „Pfaden“ bzw. Zoom-In- und -Out-Effekten (ähnlich dem Anflug bei „Google Earth“) entstehen Dynamik und Kurzweile – das starre Erzählprinzip von Power Point wird aufgelöst. Prezi wirkt insbesondere dann stark, wenn man auf Flat Design, also minimalistische Gestaltungen und Illustrationen, setzt. Oder mit anderen Worten: Wenn man die vorherrschende Web-Ästhetik konsequent aufgreift.

 

projeqt Falls das Wippen & Kippen bei Prezi zu wuselig auf Sie wirkt, sollten Sie einen Blick auf projeqt werfen. Zugegeben: Das Tool wirkt anfangs etwas „sperrig“. Doch der Mehrwert wird beim Tüfteln schnell offensichtlich, denn als zentrale Funktionalität wird die Möglichkeit geboten, Informationen und Web-Content in Echtzeit einzubinden – z. B. RSS-Feeds, Tweets, YouTube-Videos oder die aktuelle Like-Box von Facebook. Das kann eine digitale Geschichte bzw. einen Vortrag um ein Vielfaches lebendiger und glaubwürdiger machen – erhöht ggf. aber auch das Risiko bei Live-Events (Stichwort: Sichtbarkeit von kritischen Kommentaren). Zudem wird eine konstante Online-Verbindung während des Vortrags benötigt, ansonsten verpufft der Effekt natürlich.

 

Haiku Deck Mein persönlicher Favorit, verfügbar für den Web-Browser oder als iOS-App! Hürde beim Kreieren einer fesselnden Präsentation ist ja häufig nicht der Text, sondern das Bild. Haiku Deck versucht das durch eine integrierte Bilddatenbank zu lösen, die auf Basis der verwendeten Begriffe Vorschläge unterbreitet. Natürlich lassen sich auch „eigene“ Fotos, Illustrationen und Grafiken verwenden, bei den Diagrammtypen und der Textplatzierung ist der Anwender allerdings eingeschränkt. Dennoch: In wenigen Minuten lassen sich hiermit per „Drag & Drop“ starke digitale Geschichten bauen.

 

PowToon. Liebe Corporate Design-Päpste, ihr müsst jetzt ganz tapfer sein! Denn PowToon nimmt auf Gestaltungs-Richtlinien herzlich wenig Rücksicht. Mit dem Tool werden animierte Charaktere zum Leben erweckt. Dadurch entstehen echte Hingucker bzw. „Cartoons“ bzw. online animierte Kurzfilme. Der Webdienst stellt dafür eine Vielzahl von Vorlagen bereit. Diese lassen sich mit eigenen Motiven und Texten sowie passenden Ein- und Ausblendeffekten kombinieren. Mutig – aber im Unternehmenskontext auch ein wenig subersiv …

 

Sie sehen es selbst: Wer sein Publikum mit eindrucksvollen Multimedia-Geschichten und visuellem Storytelling begeistern will, sollte neue Wege gehen und Power Point dabei hinter sich lassen. Eine Vielzahl von Tools und Web-Anwendungen hilft dabei, seine Botschaften mit mehr Anschaulichkeit und „Leichtigkeit“ zu stützen – und das ohne jegliche Programmierkenntnisse. Viel Spaß beim Erzählen!